Politiker-Fauxpas des Tages: Julia Klöckner (CDU) – Findet, dass es reicht, wenn sie die Hälfte der Zeit für ihr Gehalt arbeitet

26. Februar 2010

Was ist passiert?

Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium ist designierte Spitzenkandidatin der CDU für die Landtagswahl im Frühjahr 2011 in Rheinland-Pfalz.

Und was macht die gute Frau Klöckner?

Sie erklärt in einem Interview, dass sie sich in Zukunft nur noch jede zweite Woche in Berlin ihrem Job als Parlamentarische Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium nachgehen will. Und in den anderen Wochen will sie sich in Rheinland-Pfalz um den Landtagswahlkampf kümmern. (siehe z.B. in der Süddeutschen)

Und warum verdient sie dafür den Politiker-Fauxpas des Tages?

Einem recht üppig bezahlten Job als Parlamentarische Staatssekretärin für das komplette nächste Jahr nur die Hälfte der Zeit widmen zu wollen, ist schon eine Unverschämtheit. Aber dies auch noch öffentlich bekannt zu geben, ist ein sehr würdiger Politiker-Fauxpas des Tages!


Politiker-Fauxpas des Tages: Jürgen Rüttgers (CDU) – „Ich kannte die Briefe nicht…“

23. Februar 2010

Was ist passiert?

Die Wahlkampforganisation der NRW-CDU bietet Firmen gegen Gebühr Stände auf dem Landesparteitag und bei anderen Veranstaltungen an, die ein persönlichen Gespräches mit dem lieben Herr Rüttgers beinhalten.

Derartige Angebote haben zwar einerseits mindestens „Geschmäckle“, sind aber andererseits gar nicht so weit davon entfernt, was zum einen langjährige Praxis der NRW-CDU ist und zum anderen auch von der NRW-SPD praktiziert wird.

Und was macht der gute Herr Rüttgers?

Er leugnet, dass er von diesen Angeboten wusste! Es handelt sich wohlgemerkt um persönliche Gespräche zwischen ihm selbst und den zahlenden Firmenvertretern!

Warum verdient er dafür den Politiker-Fauxpas des Tages?

Es ist in meinen Augen mehr als unglaubwürdig, dass Rüttgers nichts von diesen Angeboten wusste. Ich erwarte, dass dies auch in kürzester Zeit offensichtlich werden wird. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand schriftlich „Gespräche“ mit Rüttgers anbietet, ohne dies mit ihm abzusprechen, Zeit in seinem Kalender zu reservieren, usw.

Das Beste wäre in dieser Situation für Rüttgers gewesen, die Flucht nach vorne anzutreten, sich zu entschuldigen und darauf hinzuweisen, dass sich die eigene Praxis kaum von anderen unterscheidet. Ein so plumpes und durchschaubares Leugnen macht ihn jedoch vollkommen unglaubwürdig und untragbar. Und wenn er tatsächlich nichts davon wusste, dass seine eigene Organisation Termine mit ihm „verkauft“, disqualifiziert ihn dies noch viel mehr.